3 Tage auf dem Stubaier Höhenweg
3 Tage auf dem Stubaier Höhenweg
Tag 1 Stubaier Höhenweg: Zustieg Neue Regensburger Hütte
Unsere Variante für ein minimal verlängertes Wochenende startet also am Freitagnachmittag beim Wanderparkplatz in Falbeson, direkt an der Talstation der Materialseilbahn für die Neue Regensburger Hütte. Von hier schlängelt sich ein schöner Waldpfad empor. Der Weg nimmt etliche Serpentinen und kreuzt immer mal wieder einen Fahrweg, doch wir bevorzugen nicht nur aus ästhetischen Gründen den Steig. Auf ihm gelangt man relativ schnell aus dem Tal hinaus, bevor sich nach etwa der Hälfte der Strecke ein saftig grünes Hochtal mit Almhütten und Bachlauf öffnet.
Rund um die malerisch gelegene Falbesoner Alm fehlt es den Kühen an nichts, schon gar nicht an Platz. Und dennoch werden wir beim Weiterweg durch angrenzende Latschen erstmal von einem Tier blockiert. Etwas Geduld und ein kleines Ablenkungsmanöver später können wir aber passieren und uns auf den Weg hinauf in die zweite Steilstufe des Aufstiegs machen. Hoch über dem Hang thront bereits unser Tagesziel und so zieht es uns wiederrum in zahlreichen Serpentinen rechts vom Wasserfall hinauf zur Neuen Regensburger Hütte. Diese beeindruckt nicht nur durch ihre Lage, sondern ist auch architektonisch ein Hingucker mit der Kombination aus Altbestand und modernem Anbau. Zudem punktet sie kulinarisch mit leckerem vegetarischem Menü, sodass wir am Abend gut gestärkt und voller Vorfreude ins Etagenbett fallen können.
Tag 2 Stubaier Höhenweg: Neue Regensburger Hütte – Dresdner Hütte
Der nächste Morgen beginnt wie im Bilderbuch: Mit einem traumhaften Sonnenaufgang und magischer Morgenstimmung, die wir noch vor dem Frühstück aufsaugen. Anschließend stärken wir uns am Frühstücksbuffet, packen zusammen und füllen die Wasserblase ganz auf, denn heute steht so etwas wie die Königsetappe am Stubaier Höhenweg an. Die Tour von der Neuen Regensburger Hütte zur Dresdner Hütte ist die zweitlängste des gesamten Höhenwegs, beinhaltet die meisten Höhenmeter, führt über den höchsten Punkt und ist explizit als schwierig eingestuft.
Los geht es aber zunächst gemächlich entlang der Hochmoorlandschaft des Hohen Moos in Richtung Falbesoner See. Den kleinen Abstecher zum eher trüben Bergsee nehmen wir mit, bevor der Weg dann spürbar steiler und schottriger wird. Unter dem Ausläufer des Hochmoosferners beginnt dann der steile und vor allem blockige Aufstieg hinauf zum Grawagrubennieder. Nach einer Schneefeldquerung kommt ein gut drahtseilversichertes Stück, bevor man in der relativ steilen Flanke immer mal wieder die Hände mit zur Hilfe nehmen muss. Mit der nötigen Konzentration und Ausdauer lässt sich der Anstieg allerdings sicher meistern. Auf dem Joch des Grawagrubennieders angekommen steht man am höchsten Punkt der gesamten Rundtour auf 2.881m und es eröffnet sich ein spektakulärer Blick auf einige der Stubaier Gletscher.
Der kurze Abstieg ist im Verhältnis zum Aufstieg leicht zu meistern, bevor der Weg als wunderschöner Höhenweg mit relativ wenig auf und ab in Richtung Talschluss zieht – immer im Angesicht des ewigen Eises. Doch die Augen müssen auf dem Weg bleiben! Nach links fällt der Hang immer mal wieder einige hundert Meter steil bergab, weshalb man sich weiterhin konzentriert, schwindlefrei und trittsicher bewegen sollte. So geht es um den ein oder anderen Felsvorsprung und über mehrere Bachquerungen dahin in Richtung Mutterberger See. Wer früh genug dran ist, sollte unbedingt den kurzen Abstecher hinauf zum See in Kauf nehmen. Der Mutterberger ist ein Bergsee wie man ihn sich wünscht und lädt zum Verweilen oder sogar auch zum kalten Dip ein.
Von hier führt der Weg nun absteigend bis zum Fuße des großen Wasserfalls der Glamersgrube. Anschließend gilt es durch die Wilde Grube noch einmal einen saftigen Gegenanstieg zu bewältigen, bevor man vom Egesenjoch quasi ins Stubaier Gletscherskigebiet eintritt und relativ schnell zur trubeligen Dresdner Hütte gelangt. Bis zur letzten Gondelfahrt der Tagestouristen ähnelt die DAV Hütte eher einem Berggasthof, doch danach kehrt angenehme Ruhe ein und wir können die Nachmittagssonne auf der großen Sonnenterrasse genießen und den Tag im Kreise der übrigen Übernachtungsgäste Revue passieren lassen.
Tag 3 Stubaier Höhenweg: Dresdner Hütte – Sulzenauhütte & Abstieg ins Tal
Auch der Sonntag macht seinem Namen alle Ehre und so starten wir den Tag wieder früh mit Sonnenaufgang auf der Terrasse, bevor es zum Frühstück geht. Für uns ist die dritte Etappe auch schon die letzte und so wollen wir den Tag nochmal voll auskosten. Los geht’s von der Dresdner Hütte kurz bergab, um den Fernaubach zu überqueren und dann lassen wir auf dem Weg zum Peiljoch die Skigebiets-Szenerie schnell wieder hinter uns. Es geht direkt steil und schottrig bergan und so schlängeln wir uns recht zügig den Hang hinauf. Die Abzweigung Richtung Großer Trögler lassen wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen, da dieser leider inzwischen stark Steinschlag gefährdet ist.
Also geht es rechts weiter hinauf auf einen Felsaufschwung, bei dem man kurzzeitig auch mit den Händen kraxelt, bevor es wieder flacher und über große Blöcke hinauf zum Peiljoch zieht. Das Joch auf 2676m ist mit zahlreichen Steinmandln markiert und die Wegebauer haben einige Platten in Bewegung gesetzt, sodass man den Weg nicht verfehlen kann. Oben angekommen, drückt sich direkt der zum Greifen nah wirkende Sulzenauferner samt Zuckerhütl oben und Sulzenausee darunter ins Bild. Nicht nur für Gletscherliebhaber ein mächtiger Anblick.
Wir nehmen hier nicht den direkten Weg hinab Richtung Sulzenahütte, sondern verlängern die Runde noch hinüber zum Gletschersee, wo wir den Bach direkt an der Mündung queren und ca. 200HM Gegenanstieg in Kauf nehmen. Dafür führt uns diese kleine Detour zunächst in schöner alpiner Szenerie und dann über die Moräne hoch über dem Sulzenautal gratähnlich entlang schnurstraks auf die Blaue Lacke zu. Ein weiterer Bergsee-Diamant in den Stubaier Alpen, der an heißen Tagen zur Abkühlung einlädt. Von der Lacke aus sieht man dann schon beinahe die Sulzenauhütte, was diese reguläre Etappe der Hüttenrunde zur kürzesten Tagestour macht. Für uns kein Problem, da wir ja bereits den Abstieg zurück ins Tal mit eingeplant haben und so noch mehr von diesem Tag haben. (Wer weiter in der Höhe bleiben möchte, der sollte ernsthaft überlegen die beiden Etappen von oder zur Sulzenauhütte mit dem Übergang zur Nürnberger Hütte zusammenzulegen.)
Unser Abstieg erfolgt über den schönen Pfad von der Sulzanauhütte hinab und über den Wilde-Wasser-Weg ganz nahe an den Sulzanauwasserfall heran. Anschließend kommen wir in die Hochebene rund um die Sulzenaualm, wo sich der Bachlauf idyllisch beruhigt, bevor er an der darunter liegenden Steilstufe wieder an Fahrt aufnimmt. Wir folgen auch im unteren Teil dem Wilde-Wasser-Weg, den man tatsächlich nur bei trockenen Verhältnissen empfehlen kann und kommen so noch an mehreren schönen Aussichtspunkten auf den großen Grawa-Wasserfall vorbei. An dessen Fuß liegt die Grawa-Alm, wo unsere heutige Tour nach 640 positiven und 1.390 Höhenmetern im Abstieg endet.
Mit vollem Herz, dank der Schönheit der alpinen Stubaier Bergwelt steigen wir in den Bus, um in circa 5 Minuten zurück zum Ausgangspunkt bzw. unserem Auto zu gelangen.
Stubaier Höhenweg fürs Wochenende – get #welloutside!
1. Etappe Stubaier Höhenweg: Zustieg Neue Regensburger Hütte
2. Etappe Stubaier Höhenweg: Neue Regensburger Hütte – Dresdner Hütte
3. Etappe Stubaier Höhenweg: Dresdner Hütte – Sulzenauhütte & Abstieg ins Tal































































