Projekt Beschreibung

WATZMANN-ÜBERSCHREITUNG

  • Schwere Gratwanderung

  • Wochenendtrip

  • Wimbachbrücke / Berchtesgadener Land

  • Watzmannhaus / Wimbachgrieshütte

  • Gratwanderung / Hocheck / Mittelspitze / Südspitze

  • Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit

Die Watzmann-Überschreitung ist eine einzigartige Bergtour, die jeder ambitionierte Bergsteiger einmal in seinem Leben gemacht haben sollte. Diese anspruchsvolle Überschreitung der drei Hauptgipfel des Watzmanns (Hocheck, Mittelspitze, Südspitze) wird auch gerne als die Königstour der Berchtesgadener Alpen bezeichnet.

Achtung: Nur für Geübte! Zum Teil hochalpin, ist die Watzmann Überschreitung wirklich nur für erfahrene, absolut trittsichere, schwindelfreie und konditionsstarke Bergsteiger zu empfehlen! Im Jahr 2017 wurden 150 Meter Stahlseile rückgebaut. Längere Passagen im ersten und zweiten Schwierigkeitsgrad sind ungesichert.

Schon lange hatten wir diese landschaftlich einmalige Grat-Tour, mit den angsteinflößenden Tiefblicken hinab zum Königsee auf der einen Seite und runter ins Wimbachgries auf der anderen Seite, im Blick. Diesen Sommer sollte es dann endlich soweit sein. Unzählige Bergtouren im Frühling und Frühsommer haben dafür gesorgt, dass wir für diese anspruchsvolle Aufgabe konditionell gut aufgestellt waren. Die Übernachtung auf dem Watzmannhaus war gebucht, die Klettersteig-Sets und die Helme waren bereits im Rucksack verstaut und mit viel Vorfreude, aber auch etwas Nervosität, ging es an einem Samstagvormittag von München aus los in Richtung Berchtesgadener Land.

Für den Hüttenzustieg vom großen Parkplatz an der Wimbachbrücke folgt man zuerst auf einem kurzen Stück der Straße, später dann auf einem breit angelegten Weg, aber immer stets der Beschilderung „Watzmannhaus“ folgend, empor. Erst kurz unterhalb des Tagesziels endet der gemütliche Weg und es geht auf einem zunehmend steiniger werdenden Bergweg steiler hinauf zur Hütte. Wer es gemütlich angehen will, sollte 3,5 Std. für den Zustieg einplanen. Wer allerdings möglichst schnell ein kühles Bier vor sich stehen haben möchte, kann es auch in raschen 2,5 Std. zur Hütte schaffen.

Für uns geht es am nächsten Morgen schon um 04:45 Uhr am Watzmannhaus los, denn für den Nachmittag ist ein Gewitter angekündigt und bis dahin wollten wir den Grat und den langen, beschwerlichen Abstieg schon hinter uns gebracht haben. Was es bedeutet bei einem Gewitter am Berg zu sein, haben wir in den späten Abendstunden am Vortag, pünktlich zu Beginn der Hüttenruhe, miterleben dürfen und so viel darf gesagt sein: es ist nicht zu empfehlen, sich dabei im Freien aufzuhalten!

Noch etwas zerknirscht von der kurzen Nachtruhe geht es in der Früh also zunächst noch angenehm nach Südwesten, dann zunehmend steiler die Nordflanke des Watzmanns hinauf. In einigen Serpentinen führt der Weg durch meist schrofiges Terrain immer weiter empor. Auf halbem Weg zum Hocheck genießen wir die im Osten aufgehende Sonne und den atemberaubenden Ausblick auf das im Nebel liegende Tal. Auf einem steilen Aufschwung erleichtern dann erste Drahtseile den Aufstieg. Dahinter erreicht man über eine leichte Felspassage auch schon den ersten Gipfel – das Hocheck. Wir gönnen uns hier ein kurzes Frühstück und legen die Klettersteig-Sets an.

Vom goldenen Gipfelkreuz des Hochecks geht es bei absoluter Windstille, Sonnenschein und blauem Himmel weiter Richtung Süden in Richtung Mittelspitze – dem höchsten der drei Watzmann Gipfel. Die Entscheidung früh aufzubrechen, war nicht nur in Hinblick auf das Wetter eine gute Entscheidung. So haben wir den Grat und die Mittelspitze quasi für uns alleine. Nur zwei weitere Grüppchen befinden sich noch in Sichtweite vor uns.

In luftiger Höhe geht es ausgesetzt und abwechselnd durch versicherte und ungesicherte Passagen im stetigen Auf und Ab – mal auf dem Grat und hin und wieder auch westlich oder östlich des Gratverlaufs – auf schmalen Bändern weiter Richtung des finalen Grataufschwungs zur Südspitze. Sehr gut in der Zeit und bei noch immer wolkenlosem Himmel erreichen wir den letzten Gipfel dieser Tour schon nach knapp 3,5 Std. nach dem frühen Aufbruch am Watzmannhaus. Wer es gemütlicher angehen will, sollte die angegebene Zeit von 6,5 Std. sicherheitshalber aber bei der Planung berücksichtigen. Bei einem zweiten Frühstück genießen wir den Rundumblick hinüber ins Steinerne Meer, hinunter zum Königssee, der im frühen Morgenlicht glitzert und auf dem bereits die ersten Boote einige Tagesausflügler nach St. Bartholomä bringen.

Die Klettersteig-Sets lassen wir für den ersten Teil des Abstiegs von der Südspitze noch angelegt, jedoch ohne sie wirklich zu benutzen. Durch eine Schotterrinne zu dem großen Geröllhang des Oberen Schönfelds geht es in durchaus anspruchsvollem Gelände mit mehreren Steilstufen, die wieder mit Drahtseilen und Ketten versichert sind, immer weiter bergab. Der Talkessel des Wimbachgries rückt jedoch allmählich näher und damit auch die Aussicht auf flacheren Untergrund.

Im Talboden angelangt, quert der Weg das breite Geröllbett und stößt bald auf einen breiteren Weg. Diesem folgen wir nach rechts und wandern zunächst weiter durch Lärchenwald – dann, das Kiesbett noch einmal querend, hinab zur wunderschön gelegenen Wimbachgrieshütte.

Ein Radler bitte und den Leberkäs mit Kartoffelsalat! Zum Nachtisch dann gern noch ein Stück Kuchen und ein Haferl Kaffee! DANKE!

Nach der verdienten Mahlzeit gehen wir von hier über den breiten Talweg zur Wimbachbrücke noch ca. 1,5 zurück zum Ausgangspunkt. Vor der Heimfahrt kühlen wir die geschundenen Füße und Beine bei den schwül-warmen Temperaturen schließlich noch im eiskalten Wimbach ab.

Great Grat – Get well outside!

Der kleine Watzmann

Watzmannhaus (1930 m)

Trockenraum

“Siehst du das Auto auf dem Parkplatz?”

Gewitter im Anmarsch

Kohlenhydrate

Hüttenruhe

Abmarsch: 04:45 Uhr

Vorfreude

Rise and shine!

Good Morning!

Hocheck (2651 m)

Weiter geht’s…

Beug di obi, es geht aufi!

Schwindelfrei

Mittelspitze (2713 m)

Gipfel 2 von 3

Königssee und Obersee im Nebel

Sicher ist sicher!

Watch your step!

Luftig.

Schmaler Grat

View

Trittsicher

Gipfelglück – Berg heil! Südspitze (2712 m)

Auf dem Rückweg . . .

Nächstes Projekt im Visier: Hochkalter (2607 m)

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