Obere Wettersteinspitze
Eine Bergwanderung aus dem Bilderbuch
Eine echte Traumtour für trittsichere Bergsteiger – abwechslungsreich, ausgesetzt und mit einer leichten Prise alpinem Anspruch. Die Obere Wettersteinspitze führt durch interessantes Gelände, über schmale Bergsteige, durch Latschen und über Fels bis hinauf zu einem exponierten Gipfel.
Die Tour auf die Obere Wettersteinspitze ist eine anspruchsvolle Bergtour mit einem Gipfelanstieg der es in sich hat. Technisch bewegt sich die Route überwiegend im Bereich UIAA I, allerdings sollte man die Länge und das teilweise ausgesetzte Gelände nicht unterschätzen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, etwas Klettergeschick und eine gute Kondition sind daher Voraussetzung.
Unser Wecker klingelt an diesem Morgen um 04:15 Uhr. Viel zu früh für den Alltag, aber genau richtig für einen Tag am Berg. Noch ist es stockdunkel, als wir am Ausgangspunkt ankommen. Pünktlich um 06:00 Uhr schnallen wir die Rucksäcke auf und marschieren im Schein unserer Stirnlampen los.
Die ersten Kilometer verlaufen noch ganz entspannt. Die Baumkronen über uns schlucken noch das erste zarte Licht des Tages während sich vor uns langsam der Weg Richtung Osten immer oberhalb der beiden Seen (Lautersee & Ferchensee) durch den Wald schlängelt. Dabei gewinnen wir gemütlich die ersten Höhenmeter.
Raus aus dem Wald
Der Himmel beginnt nun heller zu werden und mit jedem Höhenmeter kommt mehr Landschaft zum Vorschein. Nach ca. 5 km am Bergfuß angekommen, treffen wir auf eine ausgeschilderte Weggabelung. Geradeaus würde es zum Schützensteig und zur Wettersteinalm gehen – wir halten uns jedoch links in Richtung Obere Wettersteinspitze. Ab hier wird es alpiner. Der Wald lichtet sich nun und gibt immer mal wieder den Blick frei auf den Tiefnebel der sich über den beiden Seen ganz langsam mit den ersten Sonnenstrahlen auflöst.
Der Steig führt ins untere Kar und anschließend durch dichte Latschen steil bergauf. Felsen und schmale Passagen wechseln sich ab. Immer wieder müssen wir die Hände zu Hilfe nehmen. Technisch bleibt das Gelände zwar moderat, trotzdem ist konzentriertes Steigen angesagt. Ein Fehltritt wäre hier definitiv keine gute Idee.
Mit zunehmender Höhe eröffnet sich die Landschaft und schließlich erreichen wir den Gemsanger auf 1.975 Metern. Eine flaches grasiges Plateau inmitten der kargen Felslandschaft. Der Name hält, was er verspricht: Oberhalb steht eine ganze Herde Gamswild und lässt sich durch unsere Anwesenheit in keinster Weise beirren.
Von nun an haben wir die Gipfelflanke der Oberen Wettersteinspitze direkt vor unseren Augen. Das markante Kreuz leuchtet bereits in der Morgensonne und wirkt von hier oben schon fast zum Greifen nah aber sind noch ca. 300 Höhenmeter die uns zum Gipfel fehlen.
Der letzte Abschnitt wird noch einmal richtig interessant. Über die gut mit roten Punkten und Pfeilen markierte Route steigen wir durch die Gipfelflanke. Einfache Felsen wechseln sich mit schottrigen Passagen ab, dazwischen immer wieder kurze ausgesetzte Stellen zum Kraxeln. Wir steigen konzentriert weiter, greifen hier und da mit der Hand an den Fels und arbeiten uns Stück für Stück nach oben.
Die letzten Meter zum Gipfel
Kurz unterhalb des Gipfels dreht die Route nach rechts. Noch ein kurzer Grat – dann stehen wir ganz oben. Nach dem langen Anstieg ist dieser Moment jedes Mal etwas Besonderes. Hinter uns liegen ca. 3 Stunden Gehzeit und um uns herum eine beeindruckende Berglandschaft. Die obligatorische Gipfelbrotzeit schmeckt an so einem Morgen in dieser Kulisse besonders gut.
Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch gehen wir den Abstieg über denselben Weg an. Inzwischen sind wir nicht mehr allein am Berg. Immer wieder kommen uns Gipfelaspiranten entgegen, die auf dem Weg nach oben sind.
Jetzt wird auch deutlich, warum sich ein Helm für diese Tour empfiehlt. Je nach Frequentierung der Tour, ist die Steinschlaggefahr in dem durchweg steilen Gelände nicht zu unterschätzen.
Zum Abschluss dieser abwechslungsreichen Bergtour laden zwei wunderschöne Bergseen zum Rasten und Baden ein. Nach knapp sechs Stunden Gehzeit gibt es wohl kaum einen besseren Ort, um die Schuhe auszuziehen, die Beine ins Wasser zu hängen und den Gipfeltag langsam ausklingen zu lassen.
Premium Late Summer Hike – get well outside!
Weitere Details und die GPS Daten zur Tour findest du bei Komoot:












































